Zen oder wie das Leben so spielt

Aktualisiert: Juni 28

Vom Umgang mit starken Gefühlen




Ich lasse die vergangen Wochen Revue passieren, erinnere mich an viele anstrengende Zeiten mit den Kindern zuhause, an einen sehr erschöpften Tag als wieder einmal alles zusammenkam und an 2 Nachmittage letzte Woche die ich abseits der Familie mit Mediation und Fühlen verbracht habe.

Ja so etwas gibt es in meinem Leben auch! Einatmen, Ausatmen, Beobachten. Gedanken kommen und gehen, ich bemühe mich ihren Ursprungsort zu erahnen, einmal finde ich den in meinem Hinterkopf, dann wieder in meiner Stirn, was einzig und alleine immer gleich bleibt das ist diese Metaebene von der aus ich auf das Geschehen blicke. Manchmal so sicher und ruhig wie an jenen Nachmittagen wo ich unter Anleitung und in einer Gruppe meditiert habe, und an manchen Abenden wo ich neben dem Bett der einschlafenden Kinder meditiere.

Und dann ist da der Alltag. Wo es Tage gibt an denen ich von Gefühlen, Erinnerungen und Gedanken nur so durchgebeutelt werde. Die Todo Liste wird immer länger und es scheint keine Verschnaufpause zu geben. Und doch, auch in diesen Zeiten atme ich ein und aus, nur leider unbemerkt. Gefühle die mich fortreißen von meinem sicheren Hafen und Beobachterposten, die mich einfach ins Wasser schleudern wo es kein Ufer zu geben scheint nur dieses eine und dafür sehr intensive starke Gefühl, dass es jetzt gerade so nicht OK ist wie ich bin. Selbstzweifel, Ängste, Sorgen die Spirale dreht sich bereits abwärts. Ich versuche es mit wegschieben, Ablenkungen, Verdrängungstaktiken, aber leider diesmal hab ich damit keine Chance. Es bleibt, das unbefriedigende Gefühl, dass irgendwie mit mir etwas nicht in Ordnung ist. Was auch immer der Auslöser dafür war. Ich weiß es jetzt nicht einmal mehr. Doch zum Glück erinnere ich mich an den einen Rettungsanker der mich schon so oft in der Vergangenheit auf den Erdboden der Realität zurückgeholt hat… ich fühle in meinen Körper.

Frage mich wo ich dieses eigenartige Gefühl eigentlich spüre? Kehre zurück in den Beobachterposten und merke nach und nach wieder Sicherheit und Ruhe in mein Leben einkehren. Ja manchmal gibt es stürmische Gefühle, in den seltensten Fällen haben sie ihren Ursprung im Hier und Jetzt. Viel öfter sind es Erinnerungen an alte längst vergangene Gefühle und Situationen die im Unterbewusstsein abgespeichert sind und von einer ähnlichen Situation in der Gegenwart ausgelöst wurden. Dieses Wissen hilft mir schon mal einen Schritt aus der Abwärtsspirale zu kommen. Ja und dann bleibt die Frage was ist denn eigentlich so schlimm daran etwas zu fühlen? Kann es nicht sogar spannend und aufregend sein sich mit vollem Bewusstsein auf die Wucht der Gefühle einzulassen mit der Gewissheit, dass sie einem diesmal nicht den Boden unter den Füßen wegreißen können, denn auf dem Stehen, Gehen oder Sitzen wir. Und er trägt uns. Immer.

Körperarbeit ist ein sehr feines Hilfsmittel um dorthin zurück zu kehren: auf den wunderbaren Boden der uns trägt und unseren Druck entgegenhält, der Erdboden der uns mit unserem Erdelement, der Mutter Erde, dem Nährenden verbindet. Plötzlich gibt es tiefe Atemzüge die bis in den Bauchraum reichen und das sichere Gefühl, dass alles was wir brauchen für uns jetzt da ist.

Diese achtsame und einfühlsame Haltung die ich im Shiatsu meinen Klienten gegenüber einnehme, wo ich alles da sein lasse und beobachte was sich zeigt und Mitgefühl dafür habe, diese Haltung wünsche ich mir und uns allen öfter uns selbst gegenüber. Selbstmitgefühl ist das Stichwort, Perfektionismus und Selbstkritik erstmal bleiben zu lassen und achtsam mit uns selbst und anderen umzugehen.


„Treat yourself as you would treat a good friend” Kristin Neff

Dieses Zitat stammt von Kristin Neff die sich ganz dem Erforschen von Selbstmitgefühl verschrieben hat. In diesem Sinne wünsch ich uns allen, dass wir öfter mal für uns selbst da sein und sorgen, und vielleicht sogar manchmal ein bisschen liebhaben können.

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Elisabeth Jessenig-Mayer    I    +436504433513   I     praxis@shiatsu-jessenig.at